Die beste Depression der Welt

Die beste Depression der Welt ist der 2020 erschienene Debütroman der Autorin und Comedienne Helene Bockhorst.

Handlung

Der Roman handelt von der 31-jährigen, kinderlosen Vera, die sich vor kurzem von ihrem Ehemann getrennt hat. Sie hat einen Buchvertrag mit einem Verlag geschlossen, um einen Ratgeber über Depressionen zu schreiben. Da Vera selbst in einer depressiven Phase steckt, fällt ihr das Schreiben schwer bzw. ist ihr tage- oder sogar wochenweise gänzlich unmöglich. In dieser Zeit liegt sie antriebslos im Bett und wird immer wieder von Suizidgedanken heimgesucht. Sie erinnert sich an ihre Kindheit. Schon als sechsjähriges Mädchen sehnte sie sich danach, von zuhause auszuziehen, um nicht mehr durch die bösartige Mutter, die selbst unter Depressionen leidet, gedemütigt oder misshandelt zu werden. Sie probiert verschiedene Dinge wie Meditation, Lachyoga oder eine Geisterbeschwörung bei einer Schamanin aus, um die Depression zu überwinden und endlich das Buch, welches ihr doch so sehr am Herzen liegt, schreiben zu können. Die Internet-affine Vera verwendet Datingplattformen, um zahlreiche Männer kennenzulernen und sehr schnell mit ihnen im Bett zu landen. In Japan erhofft sie sich durch den Besuch eines Shinto-Tempels spirituelle Erfahrung und besichtigt Aquarien des berühmten und von ihr verehrten Aquarianers Takashi Amano. Und schließlich beginnt Vera auf Initiative ihres Ex-Mannes eine Therapie bei einem professionellen Therapeuten. Halt findet Vera die meiste Zeit bei ihrer besten Freundin Pony, von der sie regelmäßig besucht wird und der sie sich ein wenig öffnet.

Figuren

Fiktive Personen (unvollständige Aufzählung):

  • Vera: Depressive, 31-jährige, kinderlose Frau und Protagonistin des Romans. Da mehrere Versuche sich umzubringen scheiterten, kommt sich die frühere Musterschülerin dumm vor. Einmal nahm sie so viele Tabletten, bis sie gar kein Bedürfnis mehr hatte zu atmen. Während dieses Nahtoderlebnisses sah sie einen Bahnhof und das Wort „Reise“ drängte sich ihr ins Bewusstsein.
  • Mutter: Neben Depressionen litt sie auch an anderen Dingen, bürdete ihr Leid gerne mal ihrer minderjährigen Tochter Vera auf oder drohte sie totzuschlagen. Manchmal hat sie sich aber auch Mühe gegeben, mit Vera gebastelt, ihr Geschenke gemacht und sie umarmt.
  • Vater: Als Selbstständiger setzte er im Laufe von Veras Kindheit drei Geschäftsideen in den Sand. Sie wünscht sich von ihm gesehen und verstanden zu werden. Als Veras Mutter im Sterben liegt, hat sie für einen Augenblick die Hoffnung, dass doch noch eine Verständigung mit ihm möglich sein könne.
  • Sara: Die geistig behinderte Schwester bekam von den Eltern alles, was sie sich wünschte, wie Vera meinte. Daher war Vera oft neidisch auf sie und wünschte sich manchmal heimlich, dass Sara sterben möge.
  • Großvater: Er las seiner Enkelin Vera zahlreiche Märchen vor als sie noch klein war und sie wieder mal für mehrere Tage bei den Großeltern abgegeben wurde. Er starb als sie 16 Jahre alt war. Am Sterbebett wussten beide nicht wie sie sich voneinander verabschieden sollten und sprachen stattdessen nur über Belanglosigkeiten. Sie hatte ihn geliebt. In einem Abschiedsbrief erlaubte er ihr, dass sie sich so viele von seinen Büchern aussuchen durfte, wie sie wollte. Vera wählte 19 Sex-Ratgeber. Die Ratgeber schien der ehrgeizige Großvater gründlich durchgearbeitet zu haben. Er hatte wohl durch kontinuierliche Vorbereitung optimale Ergebnisse erzielen wollen.
  • Großmutter: Veras Oma litt lange Zeit an Depressionen. Diese Krankheit hatte sie wohl von ihrer Mutter geerbt und über ihre Tochter bis an ihre Enkelin weitergeben. Vera fragt sich, was diese Frauen dazu gebracht hat, Kinder zu kriegen und diese Bürde über Generationen zu vererben. Die Großmutter bat Vera in einem Brief sich mit ihrer Mutter zu versöhnen. Sie antwortete, dass sie sie liebe aber dies nicht tun könne. Danach kam kein weiterer Kontakt der beiden mehr zustande.
  • Pony: Veras beste Freundin ist eine schöne, kluge, junge Frau, die halbtags Schulkinder betreut. Sie leidet „grundlos“ an Depressionen und war deshalb schon in therapeutischer Behandlung. Als offene Frau macht sie – zur Verwunderung von Vera – daraus kein Geheimnis. Pony hat einen Roman mit einer depressiven Hauptfigur geschrieben, findet aber keinen Verlag, der ihn veröffentlichen will. Es gibt zwar Interesse an dem Stoff, aber es wird ein „plausibler“ Grund für die Depression der Protagonistin vermisst.
    Pony bringt mit manch penetranter Frage Vera hin und wieder in Verlegenheit. Sie ist die einzige Person, die Vera um sich haben kann, wenn es ihr schlecht geht. Pony verwandelt sich für Vera in ein fremdes Wesen als sie erfährt, dass Pony schwanger ist.
  • Daniela: Die mit Pony befreundete Frau ist schwanger und versucht mit allerlei Argumenten Vera davon zu überzeugen auch ein Kind auszutragen. Vera empfindet diesen Missionierungsversuch als übergriffig. Im Moment möchte sie sich nicht vorstellen die nächsten achtzehn Jahre damit zu verbringen ein Kind davor zu bewahren sich absichtlich oder unabsichtlich umzubringen.
  • Anton: Veras Ehemann, ist der Mensch, der ihr mal am wichtigsten war. Sie war sich vollkommen sicher, dass ihn zu heiraten die richtige Entscheidung wäre. Er hätte gerne ein Kind von ihr. Heute versteht sie nicht, wie man so viel Zeit miteinander verbringen und so aneinander vorbeileben kann. Vera gibt sich die Schuld, dass Anton sie überhaupt nicht kennt und dabei geht ihr jedes liebe Wort, das sie sich mal gesagt haben, und jedes einzelne Versprechen, das sie sich gemacht haben, im Kopf herum. Obwohl es sie beide schmerzt und Anton ihr erklärt, nicht zu wissen wie er eine Trennung aushalten soll, beschließt Vera aus der gemeinsamen Wohnung auszuziehen. Antons Vorschlag einer Paartherapie lehnt sie ab. Nach mehreren Monaten des Getrenntseins, informiert sie ihn, dass sie die Scheidung wünscht, was er bedauert, aber akzeptiert.
  • Ken: Von Beruf Baumpfleger, ein echter Freund und einer der wenigen Männer des Romans, mit dem Vera nicht ins Bett geht. An seiner Schulter kann sie sich ausweinen und Trost finden. Ihm erzählt sie von ihren Schuldgefühlen gegenüber ihrer Schwester und ihrem Ehemann. Auch er rät ihr – ebenso wie ihr Mann – zu einer Therapie.
  • Karl: Ein Kampffisch, den Vera in einem Aquarium hält. Er hat eine beruhigende Wirkung auf sie und ist manchmal ihr einziger „Ansprechpartner“ in schweren Stunden.
  • Florian: Lektor, der Vera zu motivieren versucht an ihrem Buch zu arbeiten; sie fühlt sich von ihm unter Druck gesetzt.
  • Karsten: Ex-Freund, dessen leichte Ähnlichkeit mit Anton Vera anziehend findet. Sein ungewöhnliches Vorspiel dauert ihr viel zu lange und entspricht auch sonst nicht ihren sexuellen Wünschen.
  • Geistesgestörter: namenloser Ex-Freund, der ähnlich wie Vera zu lange grübelte und dann wahnsinnig wurde.
  • Pablo: Ex-Freund, ein robuster, gutartiger Kerl ohne allzu viel Innenleben. Vera lebte mit ihm zwei Jahre lang glücklich und zufrieden in einer 2-Zimmer-Wohnung, bis ihr eines Tages auffiel, dass er strohdumm ist. Er bevorzugt Computerspiele anstatt mit Vera ins Kino zu gehen. Wegen seiner gegelten und mit Sprühlack behandelten Haare ging er nur an speziellen Tagen unter die Dusche. Daher war es einmal für Vera nicht möglich spontan Sex mit ihm zu haben, da er nur frisch geduscht mit ihr ins Bett wollte. Dass Vera ihn (wegen eines anderen, der mehr als er an Sex interessiert war) verließ, schien ihn emotional nicht im Geringsten zu berühren.
  • Philipp: Ex-Freund (Bodybuilder), der mit viel Sex versucht Vera von einer Trennung abzuhalten.

Reale Personen (unvollständige Aufzählung):

  • Kurt Gödel: Der berühmte Mathematiker (gestorben an Unterernährung) findet Aufnahme in Veras fiktiver Speisekarte als Magerquark.
  • Erwin Schrödinger: Quantenphysiker, dessen Katze gleichzeitig lebendig oder tot sein kann; ähnlich wie Veras geliebte Großmutter, deren Zustand sie nur durch Nachfragen erfahren könnte – was sie sich jedoch nicht traut. Ebenso ist sich Vera unsicher, ob die Beziehung zu ihrem getrennten Mann endgültig tot ist, da sie seine zahlreichen Kontaktversuche ignoriert und somit einer Klärung aus dem Weg geht.
  • Salvador Dalí: Maler (Surrealismus); Vera stellt sich vor wie eine verrückte Uhr von Salvador Dalí in der Wüste zu zerfließen.
  • M. C. Escher: Der niederländische Künstler und Grafiker wurde durch Darstellungen von optischen Täuschungen bekannt; Vera muss beim Anblick der älteren Teilnehmerinnen des Lachyoga, wie sie Arm in Arm oder untergehakt zum Treffen erscheinen, an solch eine optische Täuschung denken.
  • Tracey Emin: Vera ist neidisch auf die Idee der Künstlerin ihr verlottertes, ungemachtes Bett zum Kunstwerk zu erklären, nachdem sie während einer depressiven Phase tagelang im Bett lag und dann und als „My Bed“ in der Tate Gallery ausstellte.
  • Sylvia Plath: Die US-amerikanische Schriftstellerin (Suizid durch Gas) ist neben Takashi Amano der interessanteste Mensch für Vera. Wie Helene Bockhorst litt Sylvia Plath unter Depressionen und veröffentlichte einen halbautobiografischen Roman (Die Glasglocke). Auch in diesem Werk ist die Hauptperson eine junge Frau, die wie Vera etliche (enttäuschende) Männerbekanntschaften macht und deren Gedanken unablässig um die verschiedenen Möglichkeiten, Selbstmord zu begehen, kreisen. Eine therapeutische Behandlung verbessert ihren Zustand allmählich.
  • Takashi Amano: Begründer der Natur-Aquaristik, erschuf das Iwagumi-Konzept. Dabei werden natürliche Fels-Formationen oder -Landschaften nachgestaltet.[1] Neben Sylvia Plath der interessanteste Mensch für Vera und einer der Beweggründe um nach Japan zu reisen und von ihm gestaltete Aquarien zu besichtigen.
  • Franz Kafka: deutschsprachiger Schriftsteller. Abgesehen von ein paar Kleinigkeiten, wie z. B. der Tatsache, dass Kafka im Gegensatz zu Vera die Energie hatte früh aufzustehen um an seinem Buch zu schreiben, ist sie eigentlich wie er, wie sie meint.
  • Dostojewski: Ähnlich wie die junge Frau an ihre Oma aus der Novelle „Weiße Nächte“ des russischen Schriftstellers, fühlte Vera sich eine Zeitlang an ihren Ehemann angeheftet.
  • Susanna Clarke: In dem fantastischen Roman „Jonathan Strange & Mr Norrell“ der namentlich nicht erwähnten, britischen Schriftstellerin verspeist Jonathan eine Maus um seine Frau aus der Apathie zurückzuholen. Als Vera eines Nachts hungrig ist und im Kühlschrank lediglich Frostmäuse findet, die die Schlange eines Ex-Freundes übriggelassen hatte, verspeist sie ebenfalls eine.
  • Virginia Woolf, Hemingway und Kleist: Die drei depressiven Schriftsteller von Weltruhm haben sich alle selbst umgebracht. Vera versteht dies nicht und glaubt, wenn sie nur ein Buch veröffentlicht hätte, gäbe es für sie keinen Grund mehr sich umzubringen.
  • Edward Hopper: Das Bild Nighthawks des US-amerikanischer Malers kommt Vera beim Anblick einer kleinen Bar in den Sinn. Sie trifft dort auf zwei Männer. Einer von ihnen nimmt sie kurzerhand mit auf die Toilette und lädt sie zum Koksen ein. Danach sind alle Selbstzweifel verflogen. Sie ist die Beste und Schönste und kann alles erreichen was sie möchte. Der Mann, der ihr den Stoff besorgt hat, ist super und der Sex mit ihm auch.
  • Marco Evaristti: Im Jahr 2000 stellte der dänische Künstler in einem Kunstmuseum funktionstüchtige Standmixer mit darin lebenden Goldfischen auf. Die Besucher wurden aufgefordert die Mixer anzuschalten. Manche kamen dieser Aufforderung nach und zerhäckselten damit die Fische. Das Museum sollte als Strafe für diese Kunstaktion 530 Mark zahlen. Sara hatte als Kind ihren Goldfisch aus Versehen zerrissen. Vera weiß noch wie schlimm dies für ihre Schwester damals war und hält daher die Strafe für zu gering.
  • Stefan Zweig: Als Vera wegen eines Taifuns ihr Hotel in Japan nicht verlassen kann, denkt sie daran sich mit Meditation zu beschäftigen. So wie Dr. B. aus der Schachnovelle des namentlich nicht erwähnten deutschsprachigen Schriftstellers und Pazifisten mangels Alternativen sich intensiv mit Schach auseinandersetzt. Und sie befürchtet wie Dr. B. wahnsinnig zu werden, wenn sie länger im Hotel festsitzt.
  • Dorothea Tanning: Um sich selbst zu belohnen bestellt Vera sich irgendwelche Sachen im Internet. Oft kann sie sich dann nicht aufraffen die bestellten Dinge auszupacken. Und das Bild Birthday der US-amerikanischen Malerin, Bildhauerin und Schriftstellerin wird nicht aufgehängt. Wahrscheinlich deshalb schaut das kleine schwarze Tierchen, das darauf abgebildet ist, sie vorwurfsvoll an.
  • Epiktet: antiker Philosoph. Nach seiner Lehre sollten äußere Ereignisse (Tod, Armut, Krankheit), die der Mensch nicht beeinflussen kann, in Gelassenheit und Zurückhaltung ertragen und als Gegebenheiten akzeptiert werden. Wer Probleme anderer – wie hier von Vera – beobachtet, neigt dazu, sie zu relativieren oder eine klare Lösung zu sehen. Wer jedoch selbst in einer schwierigen Situation steckt, sieht oft keine Lösung und verweilt in seinem Schmerz. Deshalb ist es nach Epiktet sinnvoll, Abstand zu nehmen und die Situation von außen zu betrachten, so als ob man eine andere Person sei.[2]
  • Eckhart Tolle: Autor spiritueller Bücher, der eine Zeitlang obdachlos war und auf Parkbänken übernachtete; Vera befürchtet ein ähnliches Schicksal, falls sie mit ihrem Buch scheitert und den Vorschuss des Verlages wieder zurückzahlen muss.

Rezensionen

  • Belletristik-Couch (Yannic Niehr) spricht eine Leseempfehlung für das Werk aus. Das Buch wird nicht nur als Roman gesehen, sondern „irgendwie“ auch als Depressionsratgeber. Gelobt wird, dass das Buch das schwierige Thema Depression dem Leser auf charmante, witzige und unverstellte Art und Weise näher bringt, ohne zu beschönigen, zu verklären oder zu belehren.[3]
  • Der Literaturblog von Jan Drees spricht von einem veritablen, höchst unterhaltsamen Roman ohne Larmoyanz und vermutet, dass dieses Buch auch jene zum Lachen bringen kann, die gegen diese tödliche Krankheit (Depression) kämpfen.[4]
  • Auch Renas Wortwelt lobt das Buch als gut und flüssig geschrieben. Die Figuren seien sympathisch und wirkten unglaublich authentisch. Im Gegensatz zu anderen Rezensenten empfindet sie das Buch nicht als witzig oder lustig, sondern eher als dunkel, schwermütig und teilweise sogar beängstigend.[5]

Die Autorin über ihr Werk

Helene Bockhorst äußerte sich in verschiedenen Interviews zu ihrem Roman. Sie erklärte, dass es sich bei dem Buch nicht um eine Autobiografie handele und Vera eine ausgedachte Figur mit einer erfundenen Lebensgeschichte sei. Aber die Gedanken und Gefühle, die geschildert werden, habe sie genau so erlebt. Sie teile die Liebe zu Zierfischen und bewundere den Begründer der Natur-Aquaristik, Takashi Amano. Wie Vera habe sie auch Probleme und Selbstzweifel beim Schreiben gehabt und es sei ihr schwer gefallen etwas Bleibendes zu schaffen und mit dem Ergebnis zu leben wie es ist. Sie selbst leide seit ihrer Kindheit unter Depressionen. Während ihres Studiums sei es ihr so schlecht gegangen, dass sie mehrere Versuche unternahm sich das Leben zu nehmen. Im Gegensatz zur Protagonistin ihres Romans habe sie wenig Zeit gehabt und fast immer abends nach ihren Shows im Hotelzimmer drei Seiten geschrieben. Ihre depressiven Phasen seien merklich kürzer als Veras und dauerten meistens ein bis zwei Tage. Danach sei sie wieder alltagstauglich. Wie sich die Depression für sie angefühlt habe, welche Sorgen und Ängste sie in den besonders schwierigen Phasen hatte, all das habe sie so schonungslos und ehrlich wie möglich aufgeschrieben, aber auch Wahrnehmungen von anderen Betroffenen, mit denen sie gesprochen habe, einfließen lassen. Sie selbst habe auch alles ausprobiert, was Vera gemacht hat (wie z. B. Meditationskurs, Lachyoga, Japan-Reise, Besuch einer Schamanin) – außer dem Kokainkonsum. Erst danach habe sie professionelle Hilfe in Anspruch genommen, wofür sie sich zunächst sehr geschämt habe. Bei ihr seien alle Symptome einer schweren Depression diagnostiziert worden. An manchen Tagen seien ihre Bühnen-Auftritte der einzige Grund gewesen aufzustehen und etwas anderes als einen Schlafanzug anzuziehen.[6][7][8][9][10][11]

Mit ihrem Buch wolle sie vor allem Menschen erreichen, die wie sie immer wieder schlechte Phasen hätten. Sie versuche den Leuten zu zeigen, dass sie nicht allein sind und dass man sich für Depressionen auch nicht schämen müsse. Aber auch viele Menschen ohne Depressionen hätten ihren eigenen kleinen Abgrund. Und wenn diese bei einem anderen Menschen genauer hinschauten, wären sie vielleicht gezwungen, auch sich selbst zu betrachten, und würden dann bemerken, wo sie selbst möglicherweise gerade unglücklich seien.[12]

Videos über das Buch

Helene Bockhorst hat mehrere Videos über ihr Buch produziert. In den beiden ersten Videos – vor allem im zweiten – zeigt sich die Autorin von ihrer komödiantischen Seite.

  • Das 6 minütige Video zeigt die dezent gestylte Autorin mit ihrem Debütroman in der Hand. Sie sitzt auf einem Sofa und ist mit einem Schlafanzug bekleidet (wegen der „Authentizität“, wie sie im Video beteuert). Im Hintergrund ist eine Tüte Bio-Kartoffelchips und eine Flasche Eierlikör zu sehen. In dem Video stellt sich die Autorin kurz vor und bewirbt dann die Reihe #ullsteinliest[13] ihres Verlages. Danach liest sie zwei Abschnitte aus ihrem Roman vor. Passend zu ihrem Outfit trägt sie einen Teil der Seite 130 vor, wo die Protagonistin des Romans träge im Bett liegt und sich vorstellt produktiv zu sein. Danach springt sie zu Seite 136, der von ihrer Wut handelt, wenn sie sich vorstellt wie ihr Buch von irgendwelchen Hobby-Kritikern verrissen wird. Direkt danach folgt der Abschnitt, der von ihrem Wunsch handelt so zu sein wie Kafka. Das Video endet mit einem Aufruf an die Zuschauer ihren Roman zu kaufen damit sie sich von dem Geld Eierlikör und Kartoffelchips kaufen kann.[14]
  • In dem knapp 4 Minuten dauernden Video präsentiert Helene Bockhorst sehr knapp, aber seriös den Inhalt ihres Werkes und kündigt die Reaktionen der ersten Testleser an. Bei vier von fünf „Testlesern“ handelt es sich um die Autorin selbst, die in verschiedenen Verkleidungen zu sehen ist. Sie schlüpft in drei verschiedene Frauen- und eine Männerrolle. Persifliert wird eine Esoterikerin, eine BDSM-Anhängerin, eine Netzaktivistin und ein „männlicher“ Mann. Alle „Testleser“ äußern sich sehr positiv und erklären, dass ihre Interessen von dem Buch abgedeckt werden. Der fünfte „Testleser“ (Tino Bomelino) ist der in einen grünen Ganzkörperanzug gehüllte „Generische Kunde“.[15] Er lobt das Aussehen des Buches überschwänglich, kritisiert aber das Gelb als Hintergrundfarbe. Das Video endet – wie das erste – mit dem Aufruf den Roman zu kaufen.[16]
  • Bei dem knapp 20 minütigen Video aus dem Jahr 2020 handelt es sich um eine virtuelle Lesung. (Da die komplette Leipziger Buchmesse wegen Corona-Auflagen abgesagt wurde, fand auch die dort eigentlich mit Publikum geplante Veranstaltung nicht statt.) Helene Bockhorst befindet sich in ihrer Künstler-WG sitzend vor einer Kommode mit der eingeritzten Inschrift „Respekt & Liebe“. Darauf befindet sich ein illuminiertes Aquarium. Die Autorin stellt sich kurz vor und erwähnt ihre zwei Mitbewohner (Tino Bomelino und Andivalent). Dann beginnt sie die ersten beiden Kapitel (Seite 5 bis Seite 16) vorzulesen. Zum Abschluss erwähnt sie den Verlag ihres Buches.[17]

Ausgaben

Schutzumschlag der gebundenen Ausgabe

Die Hintergrundfarbe des gesamten Umschlages ist gelb. Die Vorder- und Rückseite ist übersät mit Goldfischgläsern (umgedrehte Glasglocke), in denen sich jeweils ein einzelner Goldfisch befindet. Neben Nennung der Autorin, des Buchtitels und des Verlages (samt Eule, dem Logo des Verlages) auf der Vorderseite, gibt es noch den Text „Heutzutage genügt es nicht mehr, irgendeine Depression zu haben ...“ und das Wort „roman“.[18]

Auf der Rückseite befindet sich eine kurze Inhaltsangabe des Buches, der mit folgendem Text beginnt: „Vera war für fünf Minuten berühmt - nachdem sie versucht hatte, sich umzubringen, ging ihr Blog viral.“

Einzelnachweise

  1. Aquasabi. Abgerufen am 15. Dezember 2021.
  2. 5 Zitate von Epiktet, um das Leiden zu beenden. 14. Juni 2019, abgerufen am 5. Dezember 2021.
  3. Literatur-Couch Medien GmbH & Co KG: Die beste Depression der Welt. Abgerufen am 5. Dezember 2021.
  4. Die Depression spricht. 3. Mai 2020, abgerufen am 5. Dezember 2021.
  5. Helene Bockhorst: Die beste Depression der Welt – Renas Wortwelt. Abgerufen am 5. Dezember 2021.
  6. "Humor gibt mir Macht zurück": Helene Bockhorst über Witze und Depression. Abgerufen am 7. Dezember 2021.
  7. Helene Bockhorst über "Die beste Depression der Welt". Abgerufen am 7. Dezember 2021.
  8. Produktbeschreibung des Verlags. Abgerufen am 9. Dezember 2021.
  9. Interview: Helene Bockhorst über Witze und Depressionen. Abgerufen am 9. Dezember 2021.
  10. 04.2020 Yannic Niehr im Gespräch mit Helene Bockhorst, Autorin von "Die beste Depression der Welt". Abgerufen am 10. Januar 2022.
  11. Helene Bockhorst: "Ich hatte sehr großes Glück". Abgerufen am 27. März 2022.
  12. Interview: Helene Bockhorst über Witze und Depressionen. Abgerufen am 10. Dezember 2021.
  13. #ullsteinliest". Abgerufen am 7. Januar 2022.
  14. #ullsteinliest: Helene Bockhorst: "Die beste Depression der Welt" auf YouTube, abgerufen am 5. Dezember 2021.
  15. Der IRRITIERMANN in Mannheim". Abgerufen am 7. Januar 2022.
  16. Helene Bockhorst: Die beste Depression der Welt auf YouTube, abgerufen am 5. Dezember 2021.
  17. WDR Kulturambulanz – Lesung mit Helene Bockhorst. Abgerufen am 25. August 2022.
  18. Buchcover von „Die beste Depression der Welt“. Abgerufen am 31. Dezember 2021.