Cardona (Barcelona)

Gemeinde Cardona
Wappen Karte von Spanien
Basisdaten
Land:  Spanien
Autonome Gemeinschaft: Katalonien
Provinz: Barcelona
Comarca: Bages
Koordinaten 41° 55′ N, 1° 41′ O
Höhe: 507 msnm
Fläche: 66,70 km²
Einwohner: 4.636 (1. Jan. 2019)[1]
Bevölkerungsdichte: 70 Einw./km²
Gemeindenummer (INE): 08047
Verwaltung
Amtssprache: Kastilisch, Katalanisch
Bürgermeister: Josep Maria Sala i Esteban
Website: www.cardona.cat
Lage der Gemeinde
Localització de Cardona.png

Cardona ist eine Gemeinde der Provinz Barcelona und liegt in der Comarca Bages in der autonomen Region von Katalonien rund 32 km nordwestlich von Manresa.

Cardona, Blick in die Altstadt
Im Parador von Cardona

Geschichte

Von 798 bis zum Ende des 16. Jahrhunderts galt Cardona als einer der wichtigsten Orte für die soziale und historische Entwicklung von Katalonien. Viele Faktoren wie die Lage der Festung-, Salzvorkommen und die strategischen Straßenanbindungen waren entscheidend für die Geschichte der Stadt.

In der von Comte Borrell II. verfassten Charta vom 23. April 986 wird der Name der Stadt zum ersten Mal in Bezug auf die Salzvorkommen im Gemeindegebiet genannt. Die Bevölkerung bekam damals nicht nur die Schürfrechte für la Vall Salina, das Tal des Salzes, sondern Cardona erhielt die Markt- und Stadtrechte. Da Salz im Mittelalter eine große Bedeutung als Konservierungsmittel für Lebensmittel besaß, wurden ungewöhnlich Maßnahmen zum militärischen Schutz des Gebietes und der Salzbergwerke unternommen und die Festung Castell de Cardona ausgebaut.

Im 10. Jahrhundert, als die Adelsfamilie Folc de Gardona im Schloss Castell de Cardona ihren Wohnsitz gründete, hatte dies für die Bevölkerung nicht nur eine finanzielle, sondern auch eine politische Bedeutung für die nachfolgenden Generationen von Cardona. Als einflussreiches Mitglied der königlichen Familie von Spanien und ihre Dominanz in Katalonien, mit 30 Villen, 21 Burgen, 272 Ländereien und vier Seehäfen so wie die Gerichtsbarkeit über eine Fläche von 6 % Kataloniens waren die Grafen auch die treibenden Kräfte hinter dem Leben der Burg und somit von großer Bedeutung für die weitere Entwicklung der Salzstadt. Die Bevölkerungszahl wuchs in dieser Zeit deutlich.

Die Adligen waren die Kaufleute, Handwerker und Tuchmacher der Stadt. Diese Ära dauerte bis zum 16. Jahrhundert, als die Familie des Compte sich in Barcelona und Arbeca sowie in Sevilla niederließen. Das Schloss in Cardona war die letzte Hochburg des Widerstands gegen die Besetzung von Katalonien durch die Truppen des kastilischen Felipe V. im Jahre 1714.

Danach wurde das Schloss zu einer Kaserne und die Stadt verlor ihre Bedeutung. Es verblieben die einfachen handwerklichen und landwirtschaftlichen Bereiche, die mit dem Salzabbau zusammenhingen. Während des 19. und 20. Jahrhunderts nahmen die sozialen und wirtschaftlichen Aktivitäten der Stadt wieder zu. Mit dem Entstehen der Industrie von 1929 bis 1991 (Textilien und die Ausbeutung von Kali-Minen) gewann Cardona wieder an Bedeutung.

la Vall Salina, Tal des Salzes

Sehenswürdigkeiten

Siehe: Liste der Kulturdenkmale in Cardona

Personen der Gründerzeit

  • Joan Ramon Folc I de Cardona (1375–1441), Comte de Cardona.
  • Joan Ramon Folc II de Cardona (1400–1471), Comte de Cardona.
  • Jaume de Cardona i de Gandia (1405–1466), President de la Generalitat de Catalunya,
  • Pere de Cardona, Erzbischof von Tarragona (1515–1530), Vizekönig von Katalonien
  • Lluís de Cardona, Duque de Soma

Einwohner

Gründerjahre 1497 1515 1553 1717 1787 1857 1877 1887
Einwohner 205 199 244 1720 2512 4660 4354 3708
(Quelle: Enciclopèdia Catalana)

In den folgenden Zahlen der Gemeinde sind neben den Bewohnern der Stadt Cardona auch die Bewohner des Ortsteils La Coromnia enthalten.

Anzahl Einwohner
(Quelle: INE)
Jahr 1900 1910 1920 1930 1940 1950 1960 1970 1981 1990 1992 1994 1996 1998 2000 2002 2004 2006 2008
Einwohner 3.855 4.002 4.139 4.820 6.474 6.591 7.885 7.006 6.561 6.647 6.387 6.227 5.882 5.720 5.567 5.399 5.272 5.226 5.176

Literatur

  • Bibliografia: Història de la Generalitat de Catalunya i els seus Presidents Barcelona: Enciclopèdia Catalana, 2003. ISBN 84-412-0884-0

Einzelnachweise

  1. Cifras oficiales de población resultantes de la revisión del Padrón municipal a 1 de enero. Bevölkerungsstatistiken des Instituto Nacional de Estadística (Bevölkerungsfortschreibung).

Weblinks