Arthur Robertson Cushny

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Arthur Robertson Cushny (* 6. März 1866 in Fochabers, Moray, Schottland; † 25. Februar 1926 in Edinburgh) war ein schottischer Pharmakologe und Physiologe.

Er studierte am Marischal College in Aberdeen, wo er 1889 promoviert wurde. Nach Aufenthalten bei Oswald Schmiedeberg in Straßburg und Hugo Kronecker in Bern ging er 1893 als Professor der Pharmakologie an die University of Michigan nach Ann Arbor, Michigan, USA.

1905 wurde er Professor auf dem Lehrstuhl für Pharmakologie am University College London. 1918 wurde er Nachfolger von Sir Thomas Richard Fraser in Edinburgh. 1919 wurde er zum Fellow der Royal Society of Edinburgh gewählt.[1]

Er erkannte 1917, dass die Nierenkanälchen nicht nur Wasser, sondern auch die meisten harnpflichtigen Stoffe rückresorbieren.[2] Zusammen mit Carl Ludwig gilt er als Begründer der Filtrations-Rückresorptions-Theorie als Erklärung für die Harnbereitung. Die Glomeruli filtern den Primärharn aus dem Blutplasma. Anschließend wird in den Tubuli durch Rückresorption von etwa 99 Prozent des Primärharns zurück[3] in den Blutkreislauf der Sekundärharn gebildet. Der Urinfluss ist die Differenz aus glomerulärer Filtrationsrate (GFR) und tubulärer Rückresorptionsrate (TRR).[4]

Die deutschen Nephrologen Franz Volhard und Wilhelm Nonnenbruch haben diese Theorie ausführlich beschrieben, aber abgelehnt.

Werke

  • The Secretion of the Urine, Longmans, Green and Company, London 1917, 241 Seiten; 2. Auflage, Edinburgh 1926
    • Deutsche Übersetzung der 2. Auflage: Die Absonderung des Harns, Verlag von Gustav Fischer, Jena 1926, 306 Seiten
  • The Action and Uses in Medicine of Digitalis and Its Allies (1925)
  • The Biological Relation of Optically Isometric Substances (1926)

Weblinks

Einzelnachweise

  1. Fellows Directory. Biographical Index: Former RSE Fellows 1783–2002. Royal Society of Edinburgh, abgerufen am 19. Oktober 2019.
  2. Heinz Valtin: Funktion der Niere, 1. Auflage, Schattauer Verlag, Stuttgart / New York 1978, ISBN 3-7945-0556-5, S. 6.
  3. Zitat „And in some cases more than 99 per cent of the water of the glomerular filtrate must assumed to be reabsorbed in its passage through the tubules.“ Quelle: Arthur Robertson Cushny: The Secretion of the Urine, London 1917, S. 46.
  4. Zwei Beispiele: Wenn die glomeruläre Flüssigkeit 120 ml und der Tubulusfluss 119 ml betragen, dann beträgt der Harnfluss 1 ml. Wenn von 62 l Filtrat 61 l reabsorbiert werden, resultiert 1 l Urin. Quelle: Arthur Robertson Cushny: The Secretion of the Urine, London 1917, S. 46 und Tabelle S. 48.