Kent Anderson

Kent Anderson (* 1962 in Fort Dodge, Iowa) ist ein US-amerikanischer Footballtrainer. Seit 2018 ist er an einer Schule in Iowa tätig. Vorher hat er in der German Football League die Kiel Baltic Hurricanes, die Braunschweig Lions, die Hamburg Blue Devils und die Berlin Adler sowie im Bereich des amerikanischen College Football die Mannschaften des Iowa Wesleyan College sowie der Waldorf University betreut. Mit seinen sieben German-Bowl-Siegen ist er der erfolgreichste Trainer in der Geschichte der Liga.

Karriere

Anderson wuchs in Bloomfield auf und spielte auf der High School auf der Position des Runningbacks. Er studierte an der Iowa State University und spielte dort weiter. Nach seinem Bachelor-Abschluss war er beruflich sechs Jahre im Verkauf tätig,[2] wechselte dann an die University of North Carolina und übernahm dort einige Aufgaben als Assistenztrainer des Footballteams. Ein Jahr lang war er Assistenztrainer am Simpson College (Bundesstaat Iowa).[2]

Durch einen Bekannten, der für einige Zeit in Deutschland bei den Braunschweig Lions trainierte und spielte, kam Anderson mit American Football in Deutschland in Kontakt. 1993 führte er die Braunschweiger als Spielertrainer zum Aufstieg in die Bundesliga, ab 1994 war er ausschließlich Cheftrainer der Lions. Mit der Mannschaft gewann er 1997, 1998 und 1999 die deutsche Meisterschaft sowie 1999 den Eurobowl-Titel.[3] Weiterhin wurde er einmal zum europäischen Trainer des Jahres gewählt. Zur Saison 2001 wechselte er zu den Rivalen der Lions, den Hamburg Blue Devils,[4] die er mit Braunschweig in den Endspielen um die deutsche Meisterschaft 1998 und 1999 sowie im Eurobowl 1999 bezwungen hatte.[5] Im August 2001 hatte Anderson seinen Wechsel nach Hamburg noch entschieden abgestritten, Ende Oktober 2001 stand fest, dass es ihn an die Elbe zog. Anderson sprach angesichts seines Abschieds aus Braunschweig und seines Wechsels zum Ligakonkurrenten von der „schwierigsten Entscheidungen in meinem Leben“. Das Hamburger Abendblatt bezeichnete ihn als „unverhofften Glücksfang“ für die Blue Devils.[3] Mit den Hamburgern gewann Anderson durch ein 31:13-Sieg gegen seine ehemaligen Arbeitgeber Braunschweig 2001 wieder das Endspiel um die deutsche Meisterschaft. Anderson erhielt in Hamburg bereits im August 2001 eine vorzeitige Vertragsverlängerung bis zum 31. Dezember 2005. Vorher war er nur Einjahresverträge eingegangen.[6] Anfang Juli 2002 wurde Anderson in Hamburg entlassen, nachdem es aufgrund mehrerer Ereignisse zum Zerwürfnis mit der Führung der Blue Devils gekommen war.[7] Die Blue Devils standen den Gehaltszahlungen an Anderson um einige 10.000  nach.[8] Ende des Jahres 2002 wurde er von den Berlin Adlern als Cheftrainer verpflichtet.[9] In der Saison 2004 führte er Berlin zum deutschen Meistertitel.[10] 2005 wechselte er wieder zu den Braunschweig Lions und gewann dort 2005 und 2006 erneut den German Bowl. Da Anderson eine neue Herausforderung wollte, wechselte er nach der Saison 2006 zu den Kiel Baltic Hurricanes, die gerade aus der GFL2 aufgestiegen waren.[11] Er baute eine starke Mannschaft auf und erreichte 2008 und 2009 den German Bowl, verlor aber beide. Aus unbekannten Gründen löste er 2009 seinen Vertrag mit den Hurricanes zwei Wochen nach dem verlorenen German Bowl auf.[12]

Im Dezember 2009 gab die Iowa Wesleyan University die Verpflichtung Andersons als neuen Cheftrainer der Hochschulmannschaft bekannt.[2] Dort war er zwei Jahre tätig und trat danach das Amt des Cheftrainers an der Waldorf University in Iowa an.[13] Er blieb dort bis 2017.[14] 2018 wurde er an der ebenfalls in Iowa gelegenen Davis County High School Leiter des Sportprogramms.[15]

Einzelnachweise

  1. GFL.info (Memento des Originals vom 15. Dezember 2010 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis. German Bowl XXXI: Das ultimative Football-Fest des Jahres!. Zugriff am 10. Dezember 2010.
  2. a b c IWC hires Kent Anderson as new head football coach. In: Iowa Wesleyan University. 14. Dezember 2009, abgerufen am 23. Januar 2020 (englisch).
  3. a b Der Glücksfang. In: Hamburger Abendblatt. 31. Oktober 2000, abgerufen am 7. Juli 2022.
  4. Peter Glauche: Ein Leben rund ums Ei. In: Die Welt. 10. Mai 2001 (welt.de [abgerufen am 9. Juli 2022]).
  5. NewYorker Lions: History. 30. Oktober 2019, abgerufen am 26. Januar 2020.
  6. Die Blue Devils planen schon für die Zukunft. In: Die Welt. 30. August 2001 (welt.de [abgerufen am 9. Juli 2022]).
  7. Achim Leoni, Stefan Reckziegel: Ende eines wochenlangen Kleinkriegs. In: Hamburger Abendblatt. 2. Juli 2002, abgerufen am 9. Juli 2022.
  8. Football101.de (Memento des Originals vom 31. Mai 2009 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis. Kent Anderson gibt Presseerklärung ab. Zugriff am 5. Oktober 2009.
  9. Das fehlende Puzzlestück. In: Die Tageszeitung. 30. Dezember 2002, ISSN 0931-9085, S. 20 (taz.de [abgerufen am 9. Juli 2022]).
  10. Berlin Adler holen sechsten Meistertitel. In: football-austria.com. 3. Oktober 2009, abgerufen am 29. Februar 2020.
  11. Football101.de (Memento des Originals vom 24. März 2016 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis. Kent Anderson neuer Head Coach der Kiel Baltic Hurricanes. Zugriff am 5. Oktober 2009.
  12. Kent Anderson nicht mehr Coach in Kiel. In: football-aktuell.de. Abgerufen am 9. Juli 2022.
  13. 2016 Football Roster. In: Waldorf University. Abgerufen am 23. Januar 2020.
  14. Kent Anderson: Athletic Manager/Head Football Coach. Abgerufen am 23. Januar 2020.
  15. Scott Jackson: Anderson returns to Davis County. In: Ottumwa Courier. Abgerufen am 23. Januar 2020 (englisch).